Die Kommunistische Bewegung ist in der Krise. Unterschiedliche Strömungen, sich widersprechende Analysen zu den verschiedensten brennenden Fragen der Geschichte und Gegenwart und divergierende strategische Orientierungen verwirren nicht nur die eigene Basis, sondern führen zu Lähmungserscheinungen und zersetzen die gesamte Bewegung. Es fehlt an Klarheit und demzufolge an Einheit und Schlagkraft gegen die kapitalistische Barbarei. Die Krise des Kommunismus hat für die Arbeiterklasse und für die Volksmassen tiefreichende Konsequenzen: die verschiedenen Teile der Arbeiterklasse werden gespalten und gegeneinander gehetzt, die Kämpfe finden isoliert voneinander, zersplittert statt, die Reaktion instrumentalisiert beträchtliche Teile der Klasse für ihre eigenen Interessen. Die Überwindung dieser Krise ist demnach eine Schicksalsfrage für die Arbeiterklasse.

Die Kommunistische Organisation hat sich gegründet, um sich dieser Verantwortung zu stellen. Wir wollen eine organisierte, strukturierte, transparente Auseinandersetzung mit den brennenden Fragen beginnen, das ist eine notwendige Voraussetzung für den Aufbau einer schlagkräftigen revolutionären Partei der Arbeiterklasse. Diesen Klärungs- und Aufbauprozess können wir nur gemeinsam mit allen Kommunistinnen und Kommunisten bewerkstelligen. Deshalb rufen wir alle dazu auf, sich ernsthaft, konstruktiv und zielführend an dieser Arbeit zu beteiligen.

Dazu haben wir sieben Arbeitsgruppen gebildet, die in den nächsten Monaten daran gehen die wichtigsten Fragen zu strukturieren und so aufzubereiten, dass eine möglichst große Beteiligung und Einbeziehung Interessierter gewährleistet werden kann.
Uns interessieren nicht akademische Fragen, vielmehr wollen wir ganz praktische Antworten für den Umsturz der Kapitalistenklasse geben können. Dafür wird es notwendig sein, die Bedingungen der Existenz der herrschenden Ordnung genauso zu begreifen, wie auch aus unseren Siegen und Niederlagen der Vergangenheit zu lernen.

Die Einsicht in die Notwendigkeiten ist eine Voraussetzung um die Welt zu verändern. Darauf kommt es an. Die Frage, die Revolutionäre bewegt ist, wie unter den gegebenen Verhältnissen aus Allem und Jedem das bestmögliche für die Veränderung, für die Umwälzung der Verhältnisse herausgeholt werden kann. Es geht nicht um allgemeine Thesen und Feststellungen, die wir mantraartig wiederholen. Es geht darum in jeder Frage, in jedem Bereich des Lebens die Bedingungen für die Möglichkeit der Schaffung revolutionären Bewusstseins und revolutionärer Organisationen zu erkennen, zu erfassen. So können wir unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten begreifen und ergreifen.

So verstehen wir unsere Hauptaufgabe: organisiert, kampforientiert und mit schonungsloser Kritik und Selbstkritik an die Bearbeitung der Fragen heranzugehen, um hier und heute den Weg zum Sozialismus ganz konkret und praktisch zu öffnen.