Die Flamme des Kommunismus brennt weiter!

Ein ganzes Jahrhundert ist es her, dass die Oktoberrevolution als erste siegreiche sozialistische Revolution die Welt veränderte und dem Imperialismus seine erste große Niederlage zufügte. 1917 waren die Bolschewiki unter Lenins Führung der Funke, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete und eine ganze Epoche der Revolutionen einleitete.

Der Sieg der Konterrevolution 1989/90, die Zerschlagung des Sozialismus und die Durchsetzung des Kapitalismus fast überall auf der Welt haben der Arbeiterbewegung und dem Kommunismus schweren Schaden zugefügt. Kommunistische Parteien, die einmal stolz und einflussreich waren, in den Massen verankert und von diesen als revolutionäre Führung akzeptiert, sind im Schatten der Geschichte verschwunden. Unsere Organisationen wurden zerschlagen, sie verloren ihren Masseneinfluss, sie passten sich unter dem Einfluss des Revisionismus an das System an oder entschieden sich für die Selbstauflösung. Ein revolutionärer Flächenbrand, wie ihn die Oktoberrevolution eingeleitet hat, scheint heute weit entfernt.

Und trotzdem sagen wir: Die Flamme des Kommunismus brennt weiter! Die herrschenden Zustände sind heute genauso unerträglich wie damals. Der Kapitalismus produziert auf der einen Seite unvorstellbare Reichtümer für die Wenigen und Armut, Elend und Entbehrung für die Vielen. Die Anstrengung und Arbeit von Milliarden dient der Anhäufung von Profiten und damit der Bereicherung einiger Weniger, die ohnehin schon mehr haben, als sie in mehreren Leben konsumieren könnten. Der Kapitalismus ist ein parasitäres Gesellschaftssystem, in dem Reichtum nur durch Ausbeutung existieren kann, in dem Kriege und sich wiederholende Krisen zwingende Bestandteile sind.

Gegen diese unerträglichen Zustände gibt es überall Widerstand. Auf allen Kontinenten, in allen Ländern und auch hier in Deutschland. Doch diese Kämpfe werden viel zu oft spontan, schlecht organisiert, auf Illusionen basierend geführt und sind von den Kräften des Systems integrierbar oder können zerschlagen werden. Solche Kämpfe sind notwendig, auch wenn sie sich oft auf bescheidene Forderungen beschränken. Es ist jedoch notwendig, in diesen Kämpfen letztlich das Übel an der Wurzel zu packen, nämlich den Kapitalismus als solchen anzugreifen und den Sozialismus auf die Tagesordnung zu setzen. Der Sozialismus als erste Stufe der kommunistischen Gesellschaft ist die einzige Produktionsweise, in der die Probleme der Menschheit gelöst werden können. Schließlich fehlt diesen Kämpfen viel zu oft die führende, die anleitende und orientierende Rolle einer revolutionären Organisation, der kommunistischen Partei, die eine notwendige Voraussetzung dafür wäre, um all die genannten Schwächen und Halbheiten zu überwinden und die Erfahrungen der Kämpfe zu sammeln, zu verarbeiten und sie der gesamten Bewegung zur Verfügung zu stellen.

In Deutschland existiert heute keine kommunistische Partei, die diesen Namen verdient hätte. Dass die Arbeiterklasse seit Jahrzehnten in der Defensive ist und eine erkämpfte Errungenschaft nach der anderen aufgibt, hängt nicht zuletzt auch mit dem Fehlen ihres organisierten revolutionären Kerns zusammen.

Der Aufbau einer klassenkämpferischen Arbeiterbewegung und einer kommunistischen Partei in Deutschland sind damit die zentralen, eng zusammenhängenden Aufgabenstellungen der Revolutionäre in unserer Zeit. Dieser Aufgabe stellen sich die Genossinnen und Genossen, die sich in der Kommunistischen Organisation zusammenschließen. Die vorliegenden programmatischen Thesen sind die vorläufige inhaltliche Grundlage unserer Organisation. Diese dienen uns als Richtschnur, an der wir unsere Praxis ausrichten. Sie sind die Arbeitsgrundlage für die Analyse der historischen Periode, in der wir uns befinden. Die Zustimmung zu ihnen ist Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Organisation. Sie ist keine zwingende Voraussetzung, um an Diskussionen, Veranstaltungen und den weiter gefassten Strukturen des Aufbau- und Klärungsprozesses teilzunehmen.

Im Folgenden legen wir unsere politischen Standpunkte dar, von denen ausgehend wir den Klärungs- und Aufbauprozess organisieren. Gleichzeitig werden wir zu den verschiedenen Themenbereichen auch bereits einige der zu klärenden Fragen benennen. Die Aufzählung der Fragen hat dabei Beispielcharakter und ist somit keineswegs vollständig oder abgeschlossen.

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