Kein Tropfen Blut, keinen Cent für die Kriege der Kapitalisten!

Der Text als pdf

Wird
es wieder einen großen Krieg geben? Das fragen sich heute viele
Menschen. Dafür gibt es auch Grund genug: Alte Bündnisse und
Allianzen brechen ein, gegenseitige Drohungen, militärische Manöver,
massive Aufrüstung sind an der Tagesordnung. Es wird darüber
diskutiert, die Wehrpflicht wieder einzuführen. Unzählige andere
Erscheinungen deuten darauf hin, dass ein Krieg möglich
ist.

Wer
gegen wen Krieg führen wird, wann er ausbrechen wird und aus welchem
Anlass, das kann niemand voraussehen. Aber es ist leider eine
Gewissheit, dass der Kapitalismus Kriege immer wieder mit
Notwendigkeit hervorbringt und dass darin immer auch die Möglichkeit
eines großen Weltkriegs enthalten ist. Denn im heutigen Kapitalismus
konkurrieren die großen Konzerne weltweit um Absatzmärkte,
Rohstoffquellen, Investitionsmöglichkeiten und Transportwege. Die
kapitalistischen Staaten kämpfen miteinander darum, für ihre
Konzerne ein möglichst großes Stück vom Kuchen zu erringen. Sie
schließen sich dazu in imperialistischen Bündnissen wie der EU oder
NATO zusammen und geraten ständig aneinander, so wie aktuell z.B.
die USA mit Russland und China. Wir müssen uns also auf neue große
Kriege vorbereiten. Eine Hoffnung für die Massen des Volkes kann nur
darin liegen, die Ursache der Kriege, nämlich den Kapitalismus
selbst zu stürzen. Darauf müssen wir uns vorbereiten, denn von
selbst wird sich dieses System nicht abschaffen.

Das
wird nur möglich sein, wenn die
Arbeiterklasse, d.h. die lohnabhängigen Arbeiter, eigene
Kampforganisationen aufbauen, die in den verschiedenen Ländern gegen
das Kapital und seinen Staat kämpfen. Nie wieder dürfen sich die
Arbeiter verschiedener Länder aufeinander hetzen lassen, um sich
gegenseitig für die Profite der Konzerne abzuschlachten, so wie es
den Herrschenden 1914, beim Beginn des Ersten Weltkriegs, mithilfe
der SPD gelang. Uns trennt nichts von den Werktätigen und
Unterdrückten anderer Länder – im Gegenteil haben wir mit dem
Kapitalismus unseren gemeinsamen Feind.

Kapitalismus
heißt Krieg!

Der
Konkurrenzkampf der verschiedenen Staaten miteinander, besonders der
industriell hochentwickelten, wird durch die wiederkehrenden
Wirtschaftskrisen angetrieben. Krisen
gehören ebenfalls zum Kapitalismus wie die
Nacht zum Tag. In der Krise wird der Kuchen kleiner, der verteilt
werden kann und umso erbitterter kämpfen die verschiedenen
Kapitalgruppen und imperialistischen Bündnisse gegeneinander um die
Neuaufteilung. Dadurch ist die ganze Welt ein Schauplatz blutiger
Konflikte geworden.

Die
Widersprüche spitzen sich zu!

Die
Auseinandersetzungen zwischen den imperialistischen Mächten nehmen
auf allen Ebenen zu. Der Handelskrieg zwischen den USA, der EU und
China ist Ausdruck davon. Die Ursachen liegen in der Entwicklung der
kapitalistischen Produktion und des Handels in diesen Ländern.
Riesige Handelsüberschüsse der einen gehen auf Kosten der anderen.

Die
deutsche Industrie hat ein großes ökonomisches Gewicht auf dem
Weltmarkt und der deutsche Staat versucht nun, auch auf politischem
und militärischem Gebiet eine entsprechend große Macht aufzubauen.
Die EU dient der BRD dazu als Instrument. Aber in der EU werden die
gegensätzlichen Interessen der kapitalistischen Länder nicht
ausgeglichen, sondern eher noch verschärft. Die EU ist also nicht im
Interesse der Völker der verschiedenen Länder, sondern hetzt sie im
Gegenteil noch gegeneinander auf, wie man auch in den letzten Jahren
gesehen hat, wo in Deutschland die nationalistischen Töne gegen
angeblich faule Südeuropäer von den Massenmedien gezielt geschürt
wurden.

Deutschland
will aber auch im Rahmen der NATO seine Möglichkeiten ausnutzen und
beteiligt sich an der Bedrohung und Einkreisung Russlands und weitet
dabei die militärischen Kapazitäten in Osteuropa massiv aus.
Zugleich versucht die BRD, gegenüber Russland nicht einfach nur der
Linie der USA zu folgen, sondern die Interessen der deutschen
Industriekonzerne zu berücksichtigen und somit eine eigene
Herangehensweise zu entwickeln.

Die
USA überziehen Russland mit Sanktionen, bedrohen es mit
militärischen Manövern und versuchen es mit Krieg in Syrien und
anderen Ländern aus diesen Regionen zu vertreiben – allen
Treffen zwischen Trump und Putin zum Trotz. Russland wiederum
versucht, seinen Einfluss in der Welt zu verteidigen. Die Spannungen
zwischen diesen Mächten werden immer gefährlicher.

An
allen Fronten zeigen sich die Gegensätze der Imperialisten, sei es
im Iran, in Syrien, in der Ukraine, in Lateinamerika oder Ostasien.
Daran ändern auch zwischenzeitliche Verhandlungen, Abkommen oder
Verträge nichts, sie sind nur Atempausen in diesem Ringen, um sich
auf die nächste Runde vorzubereiten.

Ein
friedlicher Kapitalismus ist illusorisch!

Eine
„Politik des Friedens“ ist im Imperialismus nicht möglich.
Hoffnungen auf eine „bessere“ Regierung im Kapitalismus, die es
besser machen würde, sind trügerisch und gefährlich. Die
Arbeiterklasse darf weder auf eine andere imperialistische Macht wie
die EU, Russland oder China als Friedensbringer hoffen, noch auf eine
politische Kraft wie die Linkspartei, die ihr einen friedlichen
Kapitalismus verspricht. Solche Illusionen halten nur die Bevölkerung
davon ab,sich in ihrem eigenen Interesse gegen die Kriegspolitik zu
organisieren, während die Regierungen und das Kapital bereits den
nächsten Krieg vorbereiten. Die Debatte um die Wiedereinführung der
Wehrpflicht und die gezielte Verbreitung von Rassismus und
Nationalismus durch die Systemparteien und Konzernmedien gehören
dazu, genauso wie der Aufbau und selbst die Bewaffnung von
faschistischen Banden wie dem NSU. Die Bundeswehr übt die
Aufstandsbekämpfung, während die Polizeigesetze verschärft werden
und die Geheimdienste weitere Überwachungsmöglichkeiten bekommen.
All das dient dazu, den Widerstand gegen ihre Kriegspolitik im Keim
ersticken oder militärisch niederschlagen zu können.

Die
Arbeiterklasse in Deutschland ist schlecht auf diese Situation
vorbereitet. Politisch ist sie vor allem durch die Sozialdemokratie
beeinflusst. Die SPD ist schon lange Kriegspartei, während sich die
Linkspartei auf direktem Weg dahin befindet: Mit ihrer
Bundestagsresolution zu „70 Jahre Israel“ erklärte sie ihre
Unterstützung für eine rassistische Kriegs- und Besatzungsmacht.
Die Führung des DGB schließlich arbeitet eng mit der Bundeswehr
zusammen. All diese Kräfte sind letzten Endes Teil der
Kriegsmaschinerie.

Was
ist zu tun?

Die
allermeisten Menschen wollen Frieden. Aber es reicht nicht, ihn zu
wollen. Wir müssen dafür kämpfen. Und weil der Kapitalismus den
Krieg in sich trägt, wie die Wolke den Regen, muss der Kampf gegen
den Krieg mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbunden sein. Wir
müssen uns organisieren und die Spaltungen zwischen den
Nationalitäten überwinden. Die einzige wirkliche Spaltung verläuft
zwischen den vielen, die jeden Tag ackern müssen, um sich ihren
Lebensunterhalt zu verdienen und den wenigen, die von der Ausbeutung
dieser Arbeit leben, um sich ein Leben im Luxus zu ermöglichen. Wir
brauchen eine wirkliche Arbeiterpartei, die aus den Volksmassen
heraus entsteht und wächst, den Kampf gegen dieses System anführt
und konsequent für eine andere Gesellschaft kämpft, für den
Sozialismus.

Eine
sozialistische Gesellschaft, in der nicht mehr für den Profit der
Wenigen produziert wird sondern für die Bedürfnisse aller, kann nur
durch eine Revolution, nur durch den Sturz des heute herrschenden
Staates erreicht werden. Eine Revolution in einem oder wenigen
Ländern würde die Kriege nicht sofort beenden, aber die Ursache für
Krieg, Zerstörung und Ausbeutung würde endlich an der Wurzel
gepackt und letztlich beseitigt werden. Die beiden Weltkriege im 20.
Jahrhundert führten in vielen Ländern zu Situationen, wo die
organisierte Arbeiterklasse aufstand und sich weigerte, für die
Kapitalisten an der Front zu bluten.

In Deutschland war das 1918 auch der Fall. Die Novemberrevolution
konnte von der Armee blutig niedergeschlagen werden, weil viele
Arbeiter damals der SPD vertrauten, die sie ohne Zögern verriet. Die
Arbeiterklasse hatte in Deutschland ihre eigene Partei, die
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), viel zu spät während der
laufenden Revolution gegründet. Dadurch
war sie nicht stark genug, um die Arbeiterklasse
im entscheidenden Moment
an die Macht zu führen.
In den Jahren danach wurde die KPD jedoch zur bestimmenden
Kraft des Widerstands gegen Krieg und Faschismus. Bevor ein neuer
Raubkrieg möglich war, mussten die Industriellen und Bankiers zuerst
die Arbeiterbewegung und die KPD zerschlagen. Zu genau diesem Zweck
brachten sie 1933 die NSDAP und Hitler an die Macht. Lernen wir aus
der Geschichte. Nutzen wir die ruhige Zeit vor dem Sturm. Bereiten
wir uns vor.